Als Betreuer eines Ferienlagers hat man drei Möglichkeiten, die Kindergruppe zu führen:
- Autoritär
- Demokratisch oder
- Laissez-Faire

Autoritärer
Führungsstil
Arbeitet man im Ferienlager mit Kindern, so bringt den Betreuern autoritäre Behandlung
- gute Übersicht und Kontrolle,
- dass die Kinder Regeln gut einhalten und sich in diesen sicher fühlen,
- weniger Diskussionen,
- dass die Kinder wissen, was sie sollen und dürfen
- Disziplin
Auf der anderen Seite.....
- werden die Kinder gehemmt, ihre Meinung selbst zu bilden,
- blockiert der Stil die Eigeninitiative der Kids,
- fördert der Stil nicht das Vertrauen zu den Betreuern,
- haben die Kinder dann weniger oder gar kein Selbstbewußtsein,
- werden so Hierarchien gefördert,
- wird das Gruppeninteresse und
- die Kritikfähigkeit unterdrückt
Demokratischer
Führungsstil
Ein demokratischer Stil im Ferienlager zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass (mehr oder weniger) alle Meinungen gefragt sind !
Demokratie
fördert der Kinder Eigenständigkeit, Kompromissbereitschaft,
Motivation und Kreative Ideen !
Sie können so mehr Vetrauen zum Betreuer fassen !
Weitere Aspekte sind, dass Probleme der Kinder besser
verstanden werden, ihre Meinung frei(er) äußern
können und sich gleichberechtigt fühlen !
Allerdings....
haben
auf diese Weise Betreuer sehr viele Aufgaben zu erledigen
!
Demokratische Führung bedarf trotzdem auch ein wenig
Erfahrung in Punkto Argumentation und Gesprächsführung
!
Lange & ausführliche Diskussionen können
auf die Dauer sehr langatmig werden, vor allem für
Kinder !!
Laissez-Fairer
Führungsstil
Beim Laissez-Faire lässt man sich die Kinder selbst regeln !
Auch dies hat Vorteile !
Die
Entscheidungsfreiheit der Kinder / der Gruppe wird gefördert,
die Betreuer entlastet !
Die Kids werden in ihrer Selbständigkeit gestärkt
und organisatorische Vorbereitungszeiten für Betreuer
verringern sich !
Kurz: die Kids geniessen weit mehr Freiheiten und die
Betreuer werden (zu Beginn) zunehmend sympathisch gesehen
!
Allerdings....
kann
dieser Stil nicht jedem Kind gerecht werden (Minderheiten
können unterdrückt werden)
Die Kids nehmen die Betreuer evtl. nicht mehr ernst
Stärkere Kinder setzen sich eher durch, als Schwächere
!
Durch aufkommendes Chaos kann sich schlecht ein vernünftiger
Gruppenzusammenhalt bilden !
Es besteht die Gefahr von Bildung von Außenseitern
!
Was ist nun richtig ?
Ich selbst würde sagen, eine
gesunde Mischung von autoritärer und demokratischer
Stilform wäre angebracht !
Ohne
Autorität geht nichts ! Als Betreuer hat man alle
Tage die volle Verantwortung für die Kinder. Deshalb
sollte man ernsthaft darauf achten, dass Regeln eingehalten
werden !
Müsste ich als Betreuer jedoch alle Regeln mit den
Kindern ausdiskutieren, so bräuchte man sicher mehr
als nur eine Vollversammlung um diese zu klären !
Das heißt aber nicht, dass die Kinder nicht mit
den Betreuern reden können sollten !
Trotzdem
ist es unheimlich wichtig, die Kinder ernst zu nehmen
und in die verschiedensten Entscheidungen miteinzubeziehen
!
(Wie oft soll Taschengeld ausgegeben werden ? Welche Aktion
machen wir morgen ? etc.)
Kinder brauchen das Gefühl, ein Teil des Lagers zu
sein ! Sie wollen mitgestalten, verbessern und kritisieren
dürfen !!
Kinder
brauchen Sicherheit in den vorhandenen Strukturen, aber
auch Mitspracherecht !
Sie sollen sich ernstgenommen fühlen und - gut integriert
- frei (ihren Stärken gemäß) engagieren
können !
ALSO:
- Regeln und wichtige Strukturen vorgeben (nicht Rauchen, kein Alkohol, unerlaubtes Entfernen vom Gelände ist strikt verboten etc.)
- Kids in viele andere Entscheidungen miteinbeziehen: Aktionsplanungen, Taschengeldausgabe etc.
- Fragt die Kinder aktiv nach Verbesserungsvorschlägen, richtet einen Kummerkasten ein ..... lasst sie mitgestalten und mitreden !
- Sollte etwas nicht durchsetzbar sein, dann argumentiert !
Wichtig:
Lieber
zu Beginn der Maßnahme die Zügel enger halten
und dann lockerer werden !
Umgedreht ist es wesentlich schwerer durchzusetzen !
