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Gruppenphasen

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In
jeder Gruppe, egal ob Kinder- oder Erwachsene, finden
laufend Gruppenprozesse statt.
Diese zu beobachten ist in Ferienlagern stets wichtig.
Während Betreuer erkennen können,
welche Kinder z.B. in der Gruppe was zu sagen haben
oder wer von ihnen ausgegrenzt wird, sollte der Leiter
eines Betreuerteams erkennen, welche Rollen seine KollegInnen
einnehmen; ob z.B. einer den anderen durch zuviel Engagement
ausbremst.
Das Wissen und Erkennen solcher Prozesse kann so Betreuern
immer wieder helfen, Gruppendynamiken zu erkennen und
ggf. handeln zu können.
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1.
Anfangs- und Orientierungsphase
Die
Anfangsphase kennzeichnet sich besonders dadurch,
dass die einzelnen Teilnehmer noch sehr unsicher sind
mehr ...
Nicht
selten sind Clownereien, aber auch
die Wahrung
von Distanz und Schutz, sowie anfängliche
Zurückgezogenheit zu beobachten
!
Kinder haben meist noch keine festen Bindungen,
zeigen Ihnen gewohnte Verhaltensmuster und
zeichnen sich durch geringe Übernahmen von
Verantwortung aus !
Andere Teilnehmer werden schnell
in "Schubladen" (Alleswisserin, Dummkopf)
gesteckt !
Geltende Normen
in der Gruppe (Wie spricht man?) werden
gesucht, Betreuer (und
Grenzen) ausgetestet !
Handlungsansätze der Betreuer
Betreuer
sollten in erster Linie helfen Ängste
abzubauen und den Kindern positive
Erfahrungen zu ermöglichen !
Sinn macht eine gute Programmplanung
(Gruppe ist noch kaum in der Lage selber aktiv zu
werden) und die Vorgabe klarer Strukturen
(Zeitrahmen, Absprachen,...)
Förderungsmöglichkeiten
des Gruppenprozesses
Betreuer
können die Gruppe besonders du Kennenlernspiele,
einer Hausrallye, Kontaktspiele
und Partnersuchspiele fördern
!
Auf diesem Wege können sich die Kinder beschnuppern
und ein wenig kennenlernen !
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2.
Machtkampf- und Kontrollphase
Im
Vordergrund stehen Rivalitäten. Es bilden sich
Sympathien und Aggressionen. Besonders die Betreuer
werden in "Kämpfe" mit hineingezogen.
Es wird von den Gruppenmitgliedern eine Rangordnung
in der Gruppe erkämpft mehr
...
Die
Beziehungen unter den Kindern kennzeichnen sich
besonders dadurch, dass sie persönlicher
werden. Kinder
gehen dazu über,
anstatt "sich künstlich zu geben",
(wieder) alltägliches Verhalten
zu zeigen ! Es werden mehr Gefühle
gezeigt, jeder versucht, das Gruppengeschehen
zu beeinflussen. Dabei kommt es nun auch zu Rangeleien
um Führungspositionen innerhalb
der Gruppe. Betreuer werden kritisiert
und deren Tätigkeiten in Frage gestellt /
diskutiert !
TN reagieren kritisch,
teils erbost, teils ablehnend,
um das eigene Territorium abzustecken, schliessen
sich zusammen, führen Statuskämpfe
und Verteidigungsmanöver
!
Letztlich
geht in dieser Phase alles darum, dass Kinder
ihren "Platz" finden wollen und müssen
!
Handlungsansätze
der Betreuer
Betreuer
sollen Möglichkeiten bieten,
dass Machtkämpfe ausgetragen
werden können ! Sinn macht auch, zunehmend
Programm anzubieten, in dem Kinder
kooperieren müssen ! Betreuer
sollten die eigene Position (motivierter
Ferienpartner mit wichtigen Verantwortungen) verdeutlichen
und wichtige Rahmen auf der Maßnahme
abstecken! Den Kindern soll deutlich
gemacht werden was Mitbestimmung heißt und
welche Möglichkeiten der Mitbestimmung
bestehen. Klare Gruppennormen
werden gemeinsam mit den Gruppenmitgliedern abgesteckt.
Förderungsmöglichkeiten
des Gruppenprozesses
Fördern
kann man den Prozess durch Geschicklichkeitsspiele,
Kooperationsspiele, Wettkampfspiele
(zur Austragung von Machtkämpfen), Spiele
ohne Sieger (um die Gruppe wieder zusammenzubringen)
und Spiele, bei denen jeder seine Fähigkeiten
einbringen kann.
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3.
Vertrauensphase
Langsam
kennen die Kinder einander ganz gut.
mehr
...
Sie
wissen
- die
Vorlieben der anderen Teilnehmer,
wer was gerne macht,
- wie
andere Kinder in bestimmten
Situationen reagieren und
- haben
in der Gruppe Umgangsregeln
etabliert
Bekannte
Gesichter und Regeln
vermitteln den Kids Sicherheit und
möchten deshalb auch möglichst nicht
verändert werden. Es ist die Zeit,
in der die Gruppe gerne demonstriert, dass sie
zusammengehört und dabei versucht, sich gegen
andere Gruppen und/oder Institutionen
erstmals abzugrenzen, nach dem
Motto "Wir von der AWO sind viel besser wie
die vom BRK .... !"
Handlungsansätze der Betreuer
Diesen
Prozess des "Wir-Gefühls"
sollte ein Betreuer genau im Blick haben:
Oft geht diese Phase auf Kosten
unterschiedlicher Meinungen und
Wünsche einzelner Gruppenmitglieder,
die von der Gruppe nicht zugelassen
und unterdrückt oder "bestraft"
werden. Betreuer sollten der Gruppe in
dieser Zeit langsam und immer wieder vermitteln,
dass sie immer noch eine Gemeinschaft
sind, auch wenn jemand nicht
mitspielen will, eine andere
Meinung hat oder wenn ein neues Kind
zur Gruppe dazukommen will.
Es muss klar sein, dass - und wie - demokratische
Entscheidungen gefällt werden -
und dass jeder Teilnehmer bereit sein muss, sich
auf Kompromisse einzulassen.
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4.
Differenzierungsphase
In
dieser Phase ist das "Wir-Gefühl"
am stärksten... mehr
...
- Kinder
heben sich ab und spielen ihre
eigene Rolle
- jedes
Mitglied steht stark hinter der
Gruppe, bzw. die Gruppe hinter
jedem ihrer Mitglieder
- die
Gruppe hat erkannt, dass jedes Kind
mit seiner Meinung für ihr Weiterbestehen
wichtig ist
- Auseinandersetzungen
und Konflikte werden auf
sachlicher und nicht mehr
auf emotionaler Ebene ausgetragen
- sie
werden so gelöst, dass es zum
Wohle aller ist
- auch
Entscheidungen werden sachlich
abgewogen
Die
Gruppe ist nun eine wirkliche Gruppe ! Alle
Mitglieder haben ihren Platz. Sie ist stark
und hat auch keine Probleme, neue Mitglieder
aufzunehmen, wenn diese sich in den Prozess
einfügen und den aufgestellten Gruppenregeln
anpassen.
Die
Kindergruppe sucht Kontakt zu anderen Gruppen.
Sie möchte sich in der Öffentlichkeit
präsentieren und ist in dieser Phase zu
großen Leistungen fähig.
Handlungsansätze der Betreuer
Betreuer
werden in dieser Phase immer entbehrlicher.
Ihre Aufgabe ist es nun, die richtigen
Aufgaben an die Gruppe heran
zu tragen und die Kontaktaufnahme
zu anderen Gruppen zu ermöglichen.
Als Programmpunkte würden
sich in dieser Phase z.B. Interaktionsspiele
oder Projektarbeit anbieten.
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5.
Ablösephase
Jede
Freizeit geht einmal zu Ende und braucht einen Abschluß
.
mehr
...
Die
Kinder sind einander näher gekommen, ihre
Lebensumstände haben sich verändert,
es gibt neue Interessen und Ziele. Die Trennungsphase
ist von widerstreitenden Gefühlen
begleitet: Trauer, daß
eine schöne Zeit vorbei ist, Unruhe,
weil anderes interessanter geworden ist, Unsicherheit,
weil unklar ist, was danach
kommt, vielleicht auch Erschöpfung,
weil fast alles gespielt ist und die Beziehungen
alltäglich geworden sind.
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