... ohne geht es nicht !
Regeln, Verbote und Gebote sind zwar nicht schön, aber leider notwendig. Gerade bei einer größeren Gruppe wird es ohne diese Absprachen und Vorschriften nicht gehen. Dabei verstehen sich viele Verhaltensmaßregeln von selbst: Nicht dazwischenreden, wenn ein anderer gerade etwas sagt, nicht schlagen, nicht «hänseln», etc.
Es gibt aber auch Vorschriften, die nicht immer sofort einsichtig sind: Das Jugendschutzgesetz oder die Hausordnung etc. Aber auch hier gilt: Die Regeln haben ihren Grund und ihren Sinn.
Um nun die Gruppe zu verantwortlichem Denken und Handeln zu führen, sollte zunächst immer auf den Sinn und Zweck von Regeln hingewiesen werden. Je weniger die Regel als Gebot oder Verbot bezeichnet wird, je mehr sie sich also von selbst versteht, desto eher sind die Kinder geneigt, sie zu beachten.
Es ist es aber (leider) frommer Glaube, die Einsicht in falsches Verhalten führe automatisch zum guten Verhalten. Kinder (und nicht nur Kinder!) sind selten nur «kopfbestimmt». Selbst, wenn sie einsehen, dass ein bestimmtes Verhalten nur stört oder unfair ist, reicht dies nicht immer dazu hin, dass sie ihr Verhalten ändern. Es ist daher nötig, sich als Gruppenleiter auch eine Autorität zu bewahren.

- Der erste Hinweis bei einem «Regelverstoß» gilt daher der Einsicht : «Wenn ihr ständig dazwischen redet, kann ich mich nicht konzentrieren und ihr habt auch nichts davon.»
- Wenn das nichts nützt (oder die Situation es nicht erlaubt), müßt ihr Euch mit Eurer natürlichen Autorität einsetzen («Ruhe jetzt!»). Das schließt nicht aus, dass ihr bei einem notorischen Störer (etc.) im nachhinein doch wieder an die Einsicht appelliert.
- Erst in einem letzten Schritt solltet ihr die Strafe ins Spiel bringen: «Wenn Du nicht endlich Ruhe gibst, kannst Du draußen weiter reden!
Weiterhin gilt:
- Es ist für die Kinder wichtig, genau zu wissen, was erlaubt und was verboten ist. Da darf nicht der eine Leiter etwas erlauben, was der andere verbietet - genausowenig, wie die Regeln nicht nach Tageslaune der Leiter geändert werden sollten.
- Es macht einen Leiter bei den Kindern sehr beliebt, wenn er etwas erlaubt, was andere (die anderen Gruppenleiter oder der Pastor oder der Hausmeister...) verbieten. Diese «Beliebtheit» geht aber immer auf Kosten anderer und ist unfair. Die Leiter sollten auch vor den Kindern an einem Strang ziehen!
- Ein Verbot, auf das sich die Leiter (der Pfarrer oder der Hausmeister...) geeinigt haben, sollte nicht nur mit der Bemerkung aufrecht erhalten werden: «Das hat aber der Hausmeister eben so gesagt» - oder «die Leiterrunde« oder «der Kaplan» oder... Verbote oder Gebote sollten immer mit ihrem Sinn begründet werden (auch, wenn man mal selber anderer Meinung ist). Das ist nicht nur für die Leiter-Gemeinschaft wichtig, sondern auch für die Kinder. Gerade die Kinder sollen Gebote nicht deswegen akzeptieren, weil andere es sagen, sondern weil sie einen Sinn haben.
